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Ich bleib dann mal gelassen

Nach 10 Jahren trete ich eine neue Festanstellung an. Es könnte mir etwas mulmig zu Mute sein, so viele neue Leute kennenzulernen und erstmal wieder verstehen lernen, wie alle ticken. Aber ICH BLEIBE GELASSEN, denn Menschenkenntnis ist mein Spezialgebiet und es macht mir keine Angst, sondern besondere Freude, neue Menschen kennenzulernen.

Dabei sind Beziehungen zu anderen alles andere als einfach. Beziehungen brauchen viel Verständnis und gute Kommunikation. Doch ist es bewiesen, dass die häufigste Art der Kommunikation das Missverständnis ist. Ist ja auch klar: jeder Mensch ist anders, hat andere Werte und Bedürfnisse und drückt sich auf andere Art und Weise aus. Wer sich aber in Sachen Persönlichkeitstypen auskennt, läuft wesentlich leichter durchs Leben – so wie ich.

Hier einige Beispiele, was ich im Zwischenmenschlichen in den letzten Jahren alles erlebt habe und warum ich dennoch total gelassen bleiben kann:


Eine Team-Kollegin fragt nie nach, wie es mir geht, stößt nie ein Gespräch von sich aus an, wir haben kaum Augenkontakt. Normalerweise würde ich denken, sie mag mich nicht, sie hat kein Interesse an mir. Das könnte mich traurig machen. ABER ICH BLEIBE LOCKER UND GELASSEN. Ich habe verstanden, dass sie eine introvertierte, sachliche Persönlichkeit hat, die Privates und Business gerne trennen möchte, die Ruhe braucht, um sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren. Denn ihr OBERSTES BEDÜRFNIS ist GUTE QUALITÄT abzuliefern. Ich belästige sie nicht mit Small Talk, versuche ruhig in ihrer Umgebung zu sein und freue mich darüber, jemanden im Team zu haben, die alles ganz genau erledigt, keine Details vergisst und auf die ich mich immer verlassen kann.


Ein Kollege kommt immer zu spät zum Meeting, verliert oft den roten Faden, kommt nicht zum Punkt und überzieht angedachte Timings. Normalerweise würde mich das in den Wahnsinn treiben, das ist mir viel zu ineffizient. ABER ICH BLEIBE LOCKER UND GELASSEN. Ich habe verstanden, dass er eine extrovertierte, emotionale Persönlichkeit hat, der etwas chaotisch und nicht ganz so gut organisiert ist. Sein OBERSTES BEDÜRFNIS ist SYMPATHISCH zu sein und er tut so einiges dafür. Ich erinnere ihn an Timings, bringe das abschweifende Gespräch sanft zurück zum Punkt und freue mich jemanden im Team zu haben, der besonders kreativ ist und das ganze Team mit seinem Enthusiasmus anstecken kann.  


Mein Vorgesetzter wirkt sehr streng, lässt mich nicht immer aussprechen und wird ab und zu laut im Gespräch. Als harmonischer Mensch könnte mich das wirklich unwohl fühlen lassen, es könnte mich davon abhalten, meine Meinung ehrlich vorzubringen. ABER ICH BLEIBE LOCKER UND GELASSEN. Ich habe verstanden, dass er eine extrovertierte, sachliche Persönlichkeit hat, der Meinungsaustausch liebt und schnell zur Sache kommen möchte. Sein OBERSTES BEDÜRFNIS ist SCHNELL VORANZUKOMMEN. Bei Meetings bereite ich mich gut vor. Anstatt klein beizugeben, vertrete ich meine Meinung, vergeude keine Zeit mit zu vielen Details, sondern fasse mich kurz und konzentriere mich auf das Wichtigste. Ich freue mich über einen Vorgesetzten, der gut entscheiden kann, gerne Verantwortung übernimmt und offen für Neues ist.


Als Teamleitung sprühe ich vor Motivation und neuen Ideen. Mein Mitarbeiter sagt kein Wort zu meinen Ideen. Es scheint, als ob er kein Interesse hat. Das könnte ziemlich demotivierend wirken. ABER ICH BLEIBE LOCKER UND GELASSEN. Ich habe verstanden, dass er eine introvertierte, emotionale Persönlichkeit hat, dem es schwerfällt, Veränderungen anzunehmen; der gerne in seiner Komfortzone bleibt, sich schwierig entscheiden kann und Zeit braucht, in Ruhe nachzudenken. Sein OBERSTES BEDÜRFNIS ist HARMONIE – er scheut jegliche Konfrontation, damit die Harmonie gewahrt wird. Ich nehme mir Zeit, um im Detail mit ihm über Neues zu sprechen, gebe ihm Zeit darüber nachzudenken und interessiere mich für die Person hinter der Fassade, denn persönliche Beziehungen sind ihm wichtig. Ich bin froh jemanden im Team zu haben, der loyal und zuverlässig ist und Ruhe ins Team bringt.


Wenn ich also gute Beziehungen – egal ob zu Kollegen, Mitarbeitern, Vorgesetzten oder Personen im privaten Umfeld – aufbauen und leben möchte, geht es immer darum:

1.       Verstehen, welches Bedürfnis mein Gegenüber hat, um das Verhalten besser deuten und Verständnis dafür aufbringen zu können

2.       Die Stärken meines Gegenübers zu begreifen und mich darauf zu fokussieren (anstatt mich auf Schwächen zu konzentrieren, was die Beziehung immer weiter schwächen würde).


Übrigens lässt sich das Wissen um die verschiedenen Persönlichkeitstypen auch hervorragend in der Kindererziehung anwenden und macht auch hier mein Leben viel einfacher.


Wer nun Lust bekommen hat, durch

bessere Menschenkenntnis sein Leben wesentlich leichter zu gestalten, wer Lust hat, sich mit seiner eigenen Persönlichkeit und der von anderen zu beschäftigen, einfach bei mir melden. Ich biete Seminare und Workshops zum Thema an und freue mich darauf, mein Wissen mit Euch zu teilen.


Eure Lisa

 
 
 

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